Die Alhambra in Granada: Nasridenpaläste, Alcazaba und Generalife

Die Alhambra erhebt sich auf einem Hügel über Granada in Andalusien. Sie war Palast, Zitadelle und Festung der nasridischen Sultane, mit dem Generalife gleich östlich ihrer Mauern und dem alten Viertel Albaicín auf dem Nachbarhügel. Diese Seite erzählt ihre Geschichte, stellt die wichtigsten Bereiche vor und erklärt die eine Regel, nach der sich jeder Besuch richtet, und endet mit den Touren, die Reisende hierherbringen.

Die Alhambra in Granada, dahinter die schneebedeckten Gipfel der Sierra Nevada.
Die Alhambra in Granada, dahinter die schneebedeckten Gipfel der Sierra Nevada.

Zwei Hügel über dem Darro

Die Alhambra und der Albaicín liegen auf benachbarten Hügeln, zwischen denen der Fluss Darro fließt, und bilden zusammen das mittelalterliche Granada oberhalb der modernen Stadt. Der Albaicín, im 11. Jahrhundert Sitz des Hofes der Ziriden, hat bis heute seinen ursprünglichen Stadtgrundriss bewahrt, in dem mittelalterliche Bauten mit der traditionellen Mittelmeerarchitektur verschmelzen, dazu Reste der alten Stadtmauer. Die Alhambra und der Generalife wurden 1984 in die Welterbeliste aufgenommen, 1994 wurde der Eintrag auf den Albaicín erweitert. Weil sie nie aufgehört hat, genutzt zu werden, ist die Alhambra die einzige erhaltene Palaststadt des mittelalterlichen Islam und das beste noch vorhandene Beispiel nasridischer Kunst.

Vom Hof der Nasriden zum Nationaldenkmal

1238 ließ sich Al-Ahmar, der Gründer der Nasriden-Dynastie, in der alten Alcazaba des Albaicín nieder. Die Ruinen auf dem gegenüberliegenden Hügel fielen ihm auf, und er beschloss, sie wieder aufzubauen und seinen Hof dorthin zu verlegen; damit begann die Alhambra, wie man sie heute sieht. Ihre größte Pracht erreichte sie in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts unter Yusuf I. und während der zweiten Herrschaft von Muhammad V. Nach 1492 wurde sie ein Königssitz unter der Obhut des Grafen von Tendilla, und die Katholischen Könige ließen sie umfassend instand setzen, vor allem von morisken Handwerkern. 1526 beschloss Kaiser Karl V., den Palast zu errichten, der seinen Namen trägt, im Geschmack der römischen Renaissance. Nach der Revolution von 1868 ging die Alhambra von der Krone an den Staat über, der sie 1870 zum Nationaldenkmal erklärte.

In den Nasridenpalästen

Von den Palästen, die die Alhambra einst besaß, sind zwei vollständig erhalten: der Comares-Palast und der Löwenpalast. Der Comares-Palast ist um den Myrtenhof angelegt, sein Herzstück ist der Saal der Botschafter.

Der Löwenhof der Alhambra mit seinem Brunnen und den Arkaden.
Der Löwenhof der Alhambra mit seinem Brunnen und den Arkaden.

Im Löwenpalast liegt in einem kreuzförmig angelegten Hof der Löwenbrunnen, eines der bekanntesten Wahrzeichen der ganzen Alhambra; von dort gelangt man in Säle wie den Saal der zwei Schwestern und den Saal der Mocárabes.

Die Alcazaba, der Palast Karls V. und die Gärten des Generalife

Alhambra und Generalife bilden zusammen eine befestigte Anlage mit 2200 Metern Umfang, von den nasridischen Königen zwischen dem 13. und 15. Jahrhundert erbaut: In den Nasridenpalästen saß der Hof, Alcazaba und Mauern dienten der Verteidigung, der Generalife als Wohnsitz. Die Alcazaba ist der älteste Teil der Anlage, und neben den Palästen liegen die Gärten des Partal und die Medina, die von den Palästen abhängige Hofstadt. Der Palast Karls V., das Renaissance-Zeichen der christlichen Eroberung, beherbergt heute das Museum der Alhambra und das Museum der Schönen Künste. Östlich der Mauern liegt der Generalife, Lustschloss und Landgut der Dynastie, die vom 13. bis zum 15. Jahrhundert über diesen Teil Spaniens herrschte. Im 13. und 14. Jahrhundert erbaut, war er der Ort, an dem sich die nasridischen Sultane erholten, ein Landhaus mit Höfen, Gemüsegärten, Gebäuden und Ziergärten.

Den Besuch planen

Die drei abgegrenzten Bereiche, die Alcazaba, die Nasridenpaläste und der Palast des Generalife, lassen sich jeweils nur einmal betreten; nehmen Sie sich also in jedem Zeit. Der einzige feste Punkt sind die Nasridenpaläste: Weil die Säle empfindlich sind und die Besucherzahl streng gesteuert wird, erfolgt der Einlass in Zeitfenstern von 30 Minuten mit höchstens 300 Tickets, und Sie müssen zu der auf dem Ticket angegebenen Uhrzeit hinein. Planen Sie den Rest des Besuchs deshalb um diesen Termin herum.

In Granada selbst gibt es eine private Führung durch die Alhambra und die Stadt mit Abholung vom Hotel und eine ganztägige Führung, die den Generalife und die Alcazaba einschließt. Auf dem Hügel gegenüber führt ein geführter Spaziergang durch den Albaicín und den Sacromonte über den Hügel, auf dem die Stadt entstand. Granada ist außerdem Station längerer geführter Rundreisen durch Andalusien: Ab Madrid verbindet eine Rundreise Andalusien mit Toledo und Sevilla, eine andere Andalusien mit Toledo, und ab Lissabon gibt es eine Rundreise durch Andalusien und Madrid.

Alle Touren, die hier vorbeikommen, finden Sie auch auf der Seite dieses Reiseziels.

Alhambra-Führungen und Rundreisen durch Andalusien

Häufige Fragen

Warum ist die Uhrzeit auf dem Ticket für die Nasridenpaläste so wichtig?

Nur zu dieser Zeit kommt man hinein; die Paläste lassen Besucher im Halbstundentakt ein.

Kann man einen Bereich ein zweites Mal betreten?

Nein. Jeder der drei Bereiche ist nur ein einziges Mal zugänglich.

Welche Nasridenpaläste sind vollständig erhalten?

Zwei: der Comares-Palast und der Palast mit dem Löwenbrunnen.

Seit wann steht die Alhambra auf der Welterbeliste?

Seit 1984, zusammen mit dem Generalife; der Albaicín kam 1994 hinzu.

Was ist der Albaicín?

Das alte Viertel auf dem Hügel jenseits des Darro, gegenüber der Alhambra, wo im 11. Jahrhundert der Hof der Ziriden saß.

Quellen: Origen de los datos: Ministerio de Cultura (Ley 37/2007); Información obtenida del Portal de la Junta de Andalucía (CC BY 3.0).